Evangelische Kirchengemeinde Bauschheim

Achtung:
Aufgrund der angespannten Gesundheitslage
sind alle Gottesdienste in unserer Kirche
bis auf Weiteres abgesagt!!!


Aber Gottesdienst kann jede*r auch zu Hause feiern!
Und wenn Sie sich fragen:
Wie feiere ich? Wie feiern wir?
Hier sind ein paar Tipps:

 

Hilfreich ist es, eine Kerze anzuzünden.

Gut tut es, zunächst für ein paar Atemzüge still zu werden.

Am besten lesen Sie die Gebete und die Gedanken laut.
Als Pfarrerin setzte ich auf das gesprochene Wort, was sicher auch an dieser Andacht für den Hausgebrauch zu merken ist:-)

 

Wenn Sie zu mehreren feiern, dann verteilen Sie die Aufgaben:
Eine*r übernimmt das Gebet, ein*e andere*r die Gedanken zum biblischen Vers und eine*r leitet die Fürbitte ein.
Vaterunser und Segensbitte sprechen dann alle.

 Ähnlich haben es wohl die die frühen Christ*innen gemacht, die erfahren darin waren, Gottesdienste zu Hause zu feiern:-)

 Die Liedvorschläge stammen aus dem Evangelischen Gesangbuch (Ausgabe für Hessen und Nassau).

Gesegneten Sonntag wünscht

Ihre
Ellen Schneider-Oelkers, Pfarrerin

 

 

Gottesdienst zu Hause
Palmsonntag (5.April 2020)
 

Bitte um Gottes Gegenwart
Gott, sei Du da mit Deinem guten Geist;
er stärkt und schenkt neue Hoffnung!
Amen.

 

Psalm 69 ( Evangelisches Gesangbuch Nr. 731)

 

Gebet
Jesus Christus,
Gottessohn und Menschenbruder!
Zwei Wochen schon steht das Leben fast still.
Die Zeit rennt nicht mehr; sie fließt ... und manchmal schleicht sie nur so dahin...
Auch wenn ich von vielem abgeschnitten bin - die Tages-Nachrichten erreichen mich:
Zahlen, Schaubilder, Expertenmeinungen.
Sie sickern ein in meine Gedanken, in meine Gefühle ... einige verfolgen mich bis in den Schlaf.
Die Geduld zu bewahren fällt mir oft schwer.
An der Hoffnung festzuhalten - aus eigener Kraft schaffe ich das manchmal kaum.
Jesus Christus,
Gottessohn und Menschenbruder,
ich bitte Dich:
Sei Du jetzt da!
Hilf mir, auf Deine Geschichte zu schauen und auf Dein Wort zu hören!
Stärke mich durch Deinen guten Geist!
Amen.

 

Evangelium: Der Einzug Jesu in Jerusalem (Johannes 12,12-19)

 

Ein paar Gedanken… zum laut oder leise (Vor)Lesen

 

Ein paar Striche auf dem Asphalt – mit Straßenkreide gemalt.
„3x laut OPA rufen! Ein LIED singen!“ steht da.
Aufgeschrieben von einem Vater, der am vergangenen Wochenende mit seinen Kindern auf Schnitzeljagd war.
Die Kinder lieben ihren Opa heiß und innig.
Kein Wunder, er ist ja auch für jeden Spaß zu haben:
Picknick mit dem Bollerwagen? Kein Problem!
Schnelle Rundfahrt auf der Sackkarre? Aber klar!
Und die Piratenfahne auf dem Spielgerüst im Garten?
Das Holz für die Fahnen-stange hatte der Opa noch im Schuppen.
Aber seit ein paar Tage ist alles anders.
Auch für die Kinder gilt jetzt: Abstand halten!
Und dabei würde sie ihrem Großvater so gern in die Arme laufen und sich von ihm durch die Luft wirbeln lassen…

Anfassen, berühren: ein urmenschliches Bedürfnis, das uns vom Anfang bis zum Ende unseres Lebens begleitet.

Anfassen, berühren: das wollten auch die, die auf Jesus warteten, damals…
Gehört hatten sie schon viel: „Jesus heilt die Kranken! Jesus widerspricht den Mächtigen! Jesus kann sogar Tote auferwecken!“
Und jetzt sollte dieser Jesus nach Jerusalem kommen, in ihre Stadt. Auf keinen Fall wollten sie sich das entgehen lassen! Sehen wollten sie ihn. Hören, was er sagt. Und vielleicht wär’s ja sogar möglich, ihn anzufassen, ihm für einen Augenblick ganz nah zu sein. Also ran an die Palmen und gewunken, was das Zeug hält!

„Hosianna!“ riefen die Menschen damals – kein bloßer Jubelruf, sondern eher ein Hilferuf.
Hosianna- Gott, hilf doch!“- das ist der flehentliche Schrei derer, die am Ende ihrer eigenen Möglichkeiten sind: Jeder Tag fordert sie auf’s Neue zum Kampf um’s Überleben heraus. Und sie fragen sich, wie lange sie das Ganze noch aushalten und durchstehen können…

„Gott, hilf doch!“, rufen auch in diesen Tagen viele Menschen – selbst solche, die schon lange kein Gebet mehr gesprochen haben. Und manche träumen davon, dass Gott jetzt mit dem Finger schnippt und dem ganzen Corona-Spuk sofort ein Ende setzt.

Aber wer die Geschichte Jesu kennt, der weiß: Gott ist kein Zauberkünstler, der einfach so mit dem Finger schnippt.
Gott befreit nicht vom Leben, er befreit zum Leben!
Zum Leben aber gehören nicht nur dessen Sonnenseiten: Freude, Glück und Liebe, Erfolg, körperliche und seelische Gesundheit und vieles mehr.
Zum Leben gehören auch dessen Schattenseiten: Scheitern, Ohnmacht, Angst und Schmerz.

Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, hat genau dieses Leben mit uns Menschen geteilt– nicht nur die Sonnenseiten, sondern auch die Schattenseiten.
Jesus ist nicht ausgestiegen, als es für ihn gefährlich wurde.
Jesus ist seinen Weg gegangen, Schritt für Schritt.
Sogar bis in die tiefste Tiefe ist er hinabgestiegen.
Er weiß, wie sich das anfühlt, wenn die Angst sich einschleicht in Gedanken und Gefühle, wenn der Schlaf nicht kommen will und der Blick auf den neuen Tag sich immer mehr verdüstert.
Genau deshalb können wir Jesus nichts vormachen – und das müssen wir auch nicht, ganz im Gegenteil:
Vor ihm aussprechen, was einem den Atem nehmen will!
Zu ihm hintragen, was einem wie ein Stein im Magen liegt!
Bei ihm ablegen, was wie ein Joch auf die Schultern drückt!
Rufen: „Gott hilf doch!“ - nicht nur leise, sondern laut!
Und dann still werden, lauschen …und auf das hören, was er zu sagen hat: „Ich lebe – und ihr sollt auch leben!“ (Joh 14,19)

Lied: Wie soll ich dich empfangen
         (Evangelisches Gesangbuch Nr.11,1-6; ein Adventslied in der Passionszeit)

 

Fürbitte
Großer Gott, himmlischer Vater -

ich weiß, dass Du mich nicht vergisst - dafür danke ich Dir!
Ich bitte Dich für meine Allernächsten - für die Menschen, die mir ganz besonders am Herzen liegen, für ...................... (Namen nennen):
Steh Du auch ihnen bei!
Begleite und behüte sie!
Gib, dass sie Geduld bewahren und an der Hoffnung festhalten!
Für alle Hilfe, die ich von ihnen erfahre, danke ich!

Gott, ich bitte Dich für alle, die sich um Alte, Kranke und Notleidende kümmern:
Gib, dass sie die Früchte ihrer Arbeit sehen können!
Hilf, dass sie gesund bleiben!
Steh ihnen bei, damit Kraft und Mut sie nicht verlassen!

Alles, was mir durch Kopf und Herz geht, lege ich an Dein großes Herz mit dem Gebet Jesu:

 

Vaterunser im Himmel...

 

Lied: Bewahre uns, Gott (Evangelisches Gesangbuch Nr. 171)

 

Bitte um Gottes Segen
Gott, segne uns und behüte uns!
Gott, lasse Dein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig!
Gott, erhebe Dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden!

 


 

 

Die Ev. Kirche in Hessen und Nassau lädt ein zum Internet-Gottesdienst:
LIVING-ROOM

Gottesdienst am Freitag

„Wir glauben, dass es in diesen ungewöhnlichen Zeiten wichtig ist, dass wir auch in der Isolation Nähe erleben und ermutigt werden,“ so der Initiator, Dr. Fabian Vogt, der Referent für Kommunikationsprojekte aus dem Stabsbereich Öffentlichkeitsarbeit der EKHN. Tröstende und ermutigende Impulse wird die Online-Gottesdienst-Reihe „Living Room!“ (www.ekhn.de/Livingroom) geben, die er und seine Frau Miriam Küllmer-Vogt mit einem Team auf die Beine gestellt haben. Start ist am Freitag, 27. März 2020, um 19 Uhr. Pfarrer Vogt erklärt, wie er und sein Team den Menschen beistehen wollen: „Bei unseren  Living Room!-Gottesdiensten  bitten wir zum Beispiel Persönlichkeiten aus der EKHN davon zu erzählen, welche biblischen Texte und Geschichten Ihnen in schweren Zeiten Mut machen.“ 

So lässt sich an den „Living Room“-Gottesdiensten teilnehmen:

  • Wann? Freitags live um 19 Uhr, (außer am Karfreitag) sowie am Gründonnerstag
  • Von wo? Aus der Evangelischen Akademie Frankfurt
  • Wie lässt sich teilnehmen? Über den Youtube-Kanal evTV veröffentlicht.
  • Wenn eine Gottesdienst Sendung verpasst wurde, kann sie direkt auf dieser Seite (www.ekhn.de/Livingroom) sowie im Youtube-Kanal evTV aufgerufen werden. 




 

 

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