Evangelische Kirchengemeinde Bauschheim

Ökumenischer Pfingstgottesdienst

Gut 100 Gläubige aus unterschiedlichen christlichen Gemeinden trafen sich am Pfingstmontag zum gemeinsamen Gottesdienst im Platanen-Garten vor dem Katharina-von-Bora-Haus.
„Gottes Geist erfüllt die Welt“ lautet das diesjährige Thema, auf das sich die Vorbereitungsgruppe um Pfarrer Wolfgang Prawitz (Profilstelle Ökumene im Ev. Dekanat Groß-Gerau-Rüsselsheim) geeinigt hatte.
Dass der Geist Gottes Menschen unterschiedlicher Sprache und Herkunft zusammenführt, war schon am Anfang des Gottesdienst zu hören: Das Votum, die Aufforderung, den Gottesdienst im Namen des dreieinigen Gottes zu feiern, wurde auf Deutsch, auf Amharisch und auf Russisch gesprochen.
Für die Predigt hatten sich Pfarrerin Ellen Schneider-Oelkes (Evangelische Kirchengemeinde Bauschheim) und Pfarrer Michael Eich (Katholische Pfarrei Heilige Familie) etwas Besonderes ausgedacht:
Unter dem Gelächter der Gemeinde legte sich der Geistliche in eine Hängematte, die zwischen den Platanen ausgespannt war, und träumte von der „guten, alten Zeit, als die Welt noch übersichtlich und in Ordnung war“.
Aber seine Pfarrkollegin machte der vermeintlichen Gemütlichkeit schnell ein Ende und brachte ihr Gegenüber mit einem kräftigen Schubs wieder auf die Beine und auf den Boden der Wirklichkeit zurück:
„Als Christen und Christinnen dürfen wir träumen – aber in die richtige Richtung: Nicht rückwärts, sondern vorwärts soll unser Blick gehen! Sonst verpassen wir die Zukunft.“
Angelehnt an die Hochzeitspredigt, die der amerikanische Bischof Michael Curry zwei Tage zuvor in der St. George‘s Chapel in Windsor gehalten hatte, endeten die beiden mit dem gemeinsame Ruf: There’s much power – da ist viel Kraft in Gottes Geist!“
Anschließend an den Gottesdienst lud Pfarrer Andreas Jung von der gastgebenden evangelischen Martinsgemeinde zu Kaffee und Kuchen im Kirchen-Bistro ein.
Dort konnten die Gäste auch afrikanische Spezialitäten probieren, die die äthiopisch-orthodoxe Gemeinde zubereitet hatte.


 

"Seid lebendige Steine!"
Konfirmation in Bauschheim

Am Sonntag Exaudi (=Höre!), dem 13.Mai 2018, wurden 15 Jugendliche in unserer Gemeinde konfirmiert.

Gemeinsam mit Pfarrerin Ellen Schneider-Oelkers und Vikar Michael Bieber feierten sie eine festlichen Gottesdienst in der eingerütsteten Dorfkirche.
Zum Gelingen trugen Olga Witthauer (Orgel) und Eugen Sticht (Violine) entscheidend bei.

Wir gratulieren allen Neukonfirmierten und wünschen eine schöne Feier!
Der Kirchenvorstand

 

Die Predigt von Pfarrerin Schneider-Oelkers gibt's hier zum Nachlesen:

 

Gnade sei mit euch und Friede von Gott,
der da ist, der da war und der da sein wird.

Liebe Konfirmand/inn/en,
liebe Konfi-Familien,
liebe Gemeinde!
Alle haben es beim Ankommen gesehen – und die eine oder der andere hat es vielleicht bedauert:
Die feine, kleine Bauschheimer Dorfkirche ist eine Bau-Stelle!
Jetzt könnte ich natürlich versuchen, euch Konfis darüber hinweg zu trösten:
„Ach, alles halb so wild.
Auf den Fotos sieht man das gar nicht…“
Aber warum eigentlich?
Zum einen würde es eh nichts nützen – dafür ist das Gerüst draußen einfach zu groß.
Zum anderen aber ist die eingerüstete Kirche geradezu eine Steilvorlage für eine Konfirmations-predigt!
Die Kirche ist eine Bau-Stelle – das gilt nämlich nicht nur für unsere Kirche heute, das gilt für die Kirche überhaupt; und es gilt auch nicht nur im wortwörtlichen Sinn, sondern genauso gilt es im übertragenen Sinn – und zwar von Anfang an.
Aber hört selbst!

Predigttext: 1.Petrus 2,3+4

Ihr habt schon erfahren, wie gütig Jesus Christus, der Auferstandene, ist.
Kommt zu ihm!
Er ist der lebendige Stein, den die Menschen als unbrauchbar weggeworfen haben.
Aber bei Gott ist er ausgesucht und wertvoll.
Er hat ihn zum Eckstein gemacht, der alles zusammenhält.

Lasst euch selbst als lebendige Steine zu einem geistigen Haus erbauen, zu einer Jüngerschaft, die zu Gott gehört und mit Jesus Christus verbunden ist. 

Herr, dein Wort sei meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.

Liebe Brüder und Schwestern,
Die Kirche ist eine Bau-Stelle!
Auch wenn das ein wenig flapsig klingt, genau so lässt sich zusammenfassen, was der Apostel da schreibt!
Und um zu erklären, was er meint, greift er auf einen Gegenstand zurück, den jede/r von uns kennt:
Auf einen Stein!
(Stein auf die Kanzel legen!)

Der Stein: Das Material für Gebäude, die dauerhaft stehen sollen und deshalb auch so einigem widerstehen müssen…
Wer wüsste das besser als der Apostel Petrus, den Jesus ja „Kephas“ nannte – das ist Aramäisch und heißt auf Deutsch „Stein“ oder „Fels“…
„Auf diesen Stein, auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen!“, sagt Jesus (Mt 16,18) und legt so das geistliche Fundament, die spirituelle Grundlage für die sichtbare Gestalt der Gemeinde, die seinen Namen trägt – und die ist ganz schön gewachsen im Lauf der Jahrhunderte.
Gläubige aller Generationen haben an ihr gebaut – im buchstäblichen und im übertragenen Sinn:
Gotteshäuser haben sie gebaut – auch dieses hier, vor mehr als 300Jahren schon.
Und Gedankengebäude haben sie errichtet.
Angestrengt haben sie sich, oft miteinander, aber manchmal auch gegeneinander gearbeitet, das eine oder andere auch abgerissen und später dann doch wieder aufgebaut…
Getrennt haben sie sich und ihre eigene Gotteshäuser gebaut – evangelische, katholische, orthodoxe..
Und in denen haben sie sich dann viele Jahre verbarrikadiert.
Gerade im Reformationsjubiläumsjahr 2017 sind jedoch auch viele Fenster und Türen wieder aufgemacht worden…
Aber eins ist nicht geschehen in all‘ der Zeit:
Fertig geworden, fertig geworden sind sie nie…
Immer noch und immer wieder gibt es an der Kirche Jesu Christi einiges zu tun:
Zu vergrößern, zu verkleinern, zu verändern, zu reparieren…
Die Kirche ist – und sie bleibt! – eine Bau-Stelle!
„Ecclesia semper reformanda – die Kirche muss immer wieder erneuert, verbessert, umgestaltet werden!“ hat D. Martin Luther im 16. Jahrhundert geschrieben; und er selbst hat – wir haben im Konfiunterricht darüber gesprochen – er selbst hat ja kräftig daran mitgewirkt.
Auch er verstand sich nämlich als einer der „leben-digen Steine“, von denen im 1. Petrusbrief die Rede ist.

„Lebendige Steine“ – eigentlich ist das ja ein Widerspruch in sich selbst:
(Stein zeigen)
Auf
diesem Stein, da mag so einiges leben.
Aber der Stein selbst, der lebt nicht.
An dieser Stelle kommt das Sprachbild des Apostels an seine Grenze.
Aber wer trotzdem verstehen will, was der Apostel mit „lebendigen Steinen“ meint, sollte so einen Stein mal genauer betrachten – und fragen:
„Welche Eigenschaften besitzt er?
Und welche Aufgaben kann er erfüllen?“


So ein Stein ist …schwer:
Wo der liegt, da liegt er – er behauptet seinen Platz!
So ein Stein ist …widerstandsfähig:
Mag auch manches seine Spuren auf ihm hinter-lassen - um ihn zu zerbrechen, braucht’s schon sehr viel Kraft!
Auf solch‘ einen Stein kann man sich stützen – er trägt auch eine schwere Last!
So ein Stein ist vielseitig einsetzbar:
Er kann in der Grundmauer verbaut werden und auch im Giebel,
er kann Teil einer Stützmauer sein und – wenn er groß genug ist – einen Fenstersturz bilden,
er kann in eine tragende Wand verbaut werden oder auch in einer Zwischenwand seinen Platz finden…

Tja und was hat das alles mit euch Konfis zu tun?
Ganz einfach:
Auch ihr sollt „lebendige Steine“ sein!

Ab heute, mit eurer Konfirmation, steht ihr selbst für euren Glauben ein!
Ab heute seid ihr selbst verantwortlich dafür, das Gespräch mit Jesus Christus zu suchen!
Zu fragen: „Gibt’s eine Aufgabe, die du für mich hast?“
Zu überlegen: „Was sagst du zu der Entscheidung, vor der ich gerade stehe?“
Zu bitten auch:
„Sei für mich da!
Und steh mir bei, damit ich auch für andere da sein kann!
Hilf mir dabei, meinen Weg zu finden – und hilf mir zu erkennen, wenn ich auf Abwege gerate!
Gib mir dann den Mut, umzukehren, mich zu ändern!“
Ab heute seid ihr selbst verantwortlich dafür, das Gespräch mit Jesus Christus zu suchen und zu führen!
Glauben kann jede/r nur selbst – das kann kein Anderer für euch übernehmen:
Nicht die Großmutter, die jeden Sonntag in die Kirche geht und auch nicht der Großvater, der oft in der Familienbibel liest.
Die Konfizeit, das vergangene Jahr, und die Konfirmation heute sind so eine Art „Startschuss“ für dieses Gespräch.
Stellt euch das vor wie beim Führerschein:
Den macht man ja auch nicht, um ihn sich eingerahmt an die Wand zu hängen, ab und zu mal abzustauben und dann in 50 Jahren wehmütig daran zu denken, das man ihn mal gemacht hat.
Den Führerschein macht man, um selbst Auto oder Motorrad fahren zu können!
Genauso ist das mit der Konfirmation.
Auf der Konfirmationsurkunde, die ihr gleich bekom-men werdet, steht nicht:
„Gut gemacht, Sarah, du hast 39 Gottesdienste mitgefeiert!“ Auch wenn das stimmt…
Und da steht auch nicht:
„Prima, Michael, du hast eine super Predigt gehalten!“
Auch wenn das so ist…
Auf der Konfirmationsurkunde steht euer Konfirma-tionsspruch – und den hat sich jede/r selbst ausgesucht:
Als „Glaubensmotto“.
Als Leitfaden für das Gespräch mit Gott.

Ab jetzt kommt’s auf euch selbst an, liebe Konfis:
Auch ihr sollt „lebendige Steine“ in der Kirche Jesu Christi sein!

Wie das geht?
Der Reformator Martin Luther erklärt das so:
Er sprach von der sichtbaren Kirche und der unsichtbare Kirche.
Mit der sichtbaren Kirche, da meint er das Kirchengebäude aus Stein, die Geistlichen, die Kirchenvorstände, die Beschäftigten in den Gemeinden und Einrichtungen, die die Kirche unterhält – also Altenheime und Kitas und Krankenhäuser und Hochschulen und vieles mehr.
All das gehört zur sichtbaren Kirche.
(Um die zu erhalten, braucht’s auch Geld – aber das nur so am Rande…)

Mit der unsichtbaren Kirche, da meint Martin Luther alle Menschen, die an Jesus Christus glauben – alle, die auf ihn vertrauen und fragen, welche Aufgaben er ihnen stellt.

Das Wort „unsichtbar“ darf man dabei nicht falsch verstehen:
„Unsichtbar“ heißt für den Reformator nicht, dass man diese Kirche nicht sehen kann.
Das kann man sehr wohl!
„Unsichtbar“ bedeutet nur, dass diese Kirche nicht einem bestimmten Gebäude oder einer bestimmten Gruppe zuzuordnen ist.
Die unsichtbare Kirche, von der der Martin Luther spricht, ist größer als jede christliche Gruppierung:
Zu ihr gehören evangelische Christen genauso wie katholische Christinnen und orthodoxe oder freikirch-liche Gläubige.

Die unsichtbare Kirche besteht aus vielen, vielen lebendigen Steinen:
Zu ihr gehören die Kinder, die zum Kindergottesdienst kommen.
Zu ihr gehören die Alten, die sich an einen Tisch setzen und gemeinsam essen.
Zu ihr gehören die Kirchenmusikerinnen und die Küster, die dafür sorgen, dass Gottesdienste gut tun.
Zu ihr gehören die Gemeindesekretärinnen und die Gemeindebriefausträger, die über die Aktivitäten von Gemeinden informieren.
Zu ihr gehören Kirchenvorstände, die sich Gedanken machen darüber, wie ein so schönes Gebäude wie dieses auf für die nächste Generation erhalten werden kann.
Zu ihr gehören alle, die sich zum Gottesdienst versammeln.
Zu ihr gehören Professoren, die junge Leute zu Pfarrer/innen ausbilden.
Zu ihr gehören Menschen, die sich treffen, um über Gottes Wort gemeinsam nachzudenken und ihre Gedanken zu teilen.
Zu ihr gehören Menschen, die offene Augen und Ohren für Andere haben und sich auch deren Ängste und Sorgen anhören.
Zu ihr gehören Menschen, die sich um Geflüchtete kümmern.
Zu ihr gehören Menschen, die die Stimme erheben, wenn jemand angegangen oder ausgelacht oder sonst irgendwie blöd angemacht wird…
Die unsichtbare Kirche besteht aus vielen, vielen lebendigen Steinen – und ihr, liebe Konfis, sollt dazu gehören!
Das ist der Anspruch, der mit eurer Konfirmation verbunden ist.

Die Kirche ist – und bleibt! – eine Bau-Stelle!
Sie ist nicht fertig!
Und weil sie nicht fertig ist, gibt’s auch für jeden, der sich beteiligen will, etwas zu tun!

Am vergangenen Sonntag habt ihr Konfis einen Ausschnitt von dem, was ihr so könnt, gezeigt – und vielleicht könnt ihr ja das eine oder andere davon auch zukünftig in die Gemeinde einbringen:
Vielleicht hat die Kreativ-Gruppe, die die 7 Schöp-fungsbilder gemalt hat, ja Zeit und Lust, eine Kulisse für den Familien-Gottesdienst am 17. Juni zu malen?
Charlotte und Lilli sind ja schon Teamerinnen bei Kiki, der Kirchenmaus!
Die Predigt, die du, Michael, gehalten hast muss ja nicht deine letzte gewesen sein…
Das Gemeindebrief-Team könnte auch jugendliche Redakteure gebrauchen – und unsere Homepage genauso.
Bei Radio Rüsselsheim gibt’s eine Kirchenfunk-Sendung; die Aktiven da sind offen für neue Ideen…

Die Dekanatsjugend freut sich über Mitstreiter/innen, die bei Jugendgottesdiensten mitwirken wollen oder die nächste Konfi-Freizeit mit vorbereiten.
Der Jugendkirchentag in Weilburg ist eine gute Gelegenheit, das Dekanats-Team kennen zu lernen...
Und für unsere Aktion beim „rollenden Kreis“ in 14 Tagen suchen wir auch noch Unterstützung...
Der Kirchenvorstand wird dazu nachher noch etwas sagen…

Die Kirche, liebe Konfis und liebe Gemeinde, die Kirche ist – und bleibt! – eine Bau-Stelle!
Sie ist nicht fertig!
Und für jede/n gibt’s was zu tun!
Perfekt muss dabei niemand sein – und verausgaben soll und muss sich dabei auch niemand!
Auch wir werden die Kirche nämlich nicht zu Ende bauen – das wird Jesus Christus selbst tun:
Wir sind die Steine, die daran mit bauen – er ist der Schluss-Stein, der das Gebäude seiner Kirche vollenden wird.
Aber das ist dann schon eine andere Geschichte…
Amen.
Und der Friede Gottes…
(Es gilt das gesprochene Wort)

 

Die Schöpfung: Gottes Geschenk und unsere Aufgabe

Am Sonntag, den 6. Mai, war's soweit:
Die 15 Konfirmanden und Konfirmandinnen, die am 13. Mai konfirmiert werden, haben "ihren" Gottesdienst mit der Gemeinde gefeiert.
Auf eindrückliche und kreative Weise setzten sich die Jugendlichen mit dem selbstgewählten Thema "Schöpfung" auseinander.

Alle hatten eine Aufgabe übernommen:
2 Moderatorinnen führten ins Thema ein und begleiteten die Gemeinde durch den Gottesdienst.
Die Liturgie-Gruppe trug selbst formulierte Gebete vor und lud die Gemeinde auch zum Mitsprechen von Glaubensbekenntnis und Vaterunser ein.
Die Musik-Gruppe sagte die Gemeindelieder an, die sie selbst ausgewählt hatte - die meisten Lieder stammten aus dem EG+, dem neuen Beiheft zum Ev. Gesangbuch.
Die Kreativ-Gruppe hatte die 7 Schöpfungstage aus dem 1. Buch Mose ins Bild gesetzt.
Die 3 "Vulkanier" aus der Anspiel-Gruppe wunderten sich darüber, was die Menschen so alles mit ihrem Planeten Erde anstellen.
Der Konfirmand Michael Rastel erklomm die Kanzel und hielt eine Predigt, die zu spontanem Applaus herausforderte.
Als kleinen Gruß zum Abschluss spielte Anna-Maria Wildberger die Titelmelodie aus "Star Trek" (=Raumschiff Enterprise) auf der Orgel.

 

 

Die Predigt von M. Rastel zum Nachlesen:

Liebe Gemeinde!

Gerade eben haben wir gemeinsam das Glaubensbekenntnis gesprochen.

„ich glaube an Gott, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde!“, so fängt es an.

Alte Worte, die seit fast 2000 Jahren von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Alte Worte, die wir jeden Sonntag im Gottesdienst sprechen.

Aber denken wir auch darüber nach?

Gott, der Schöpfer – ja, so wird er genannt – dass er die Erde schuf und alles, was zu ihr gehört, steht schon gleich am Anfang der Bibel, im 1. Buch Mose, im allerersten Kapitel.

Aber liebe Gemeinde, Hand aufs Herz, glauben wir das wirklich?

Oder tun wir nur so – im Gottesdienst?

Der biblische Glaube für den Sonntag und die naturwissenschaftlichen Fakten für den Alltag?

Alle Menschen fragen irgendwann:

„Wo komme ich her? Wer hat mich geschaffen? Wer hat die Welt geschaffen, in der ich lebe?“

Und dann treffen sie aufeinander: die Aussagen, die der Glaube macht, und die Theorien, die die Naturwissenschaftler aufstellen!

Die Naturwissenschaftler sagen:

„Gemäß den physikalischen Gesetzen, die wir sogar erforscht haben, ist es möglich oder sogar wahrscheinlich, dass die Welt durch einen „Urknall“ entstanden ist.

Ein unendlich kleiner Punkt ist mit unvorstellbarer Geschwindigkeit explodiert – und so entstand das Planetensystem, zu dem auch unsere Erde gehört.

Aber laut unserer Bibel hat doch Gott die Welt erschaffen – und zwar in 6 Tagen.

Dort werden keine Naturwissenschaften erwähnt, dort gibt es nur Gott...

Die Naturwissenschaftler sagen: Vor Abermillionen von Jahren stürzten Meteoriten auf die Erde. Sie trugen Bakterien mit sich und aus diesen entstanden wir, die Menschen.

Und es gibt noch andere naturwissenschaftliche Arbeitshypothesen, wie z.B. die Evolutionstheorie: Sie sagt – stark verkürzt – dass der Mensch vom Affen abstammt.

Aber laut der Bibel, unserer Schrift, hat Gott den Menschen geschaffen, am 6ten Tag...

Der Glaube und die Naturwissenschaften – vieles widerspricht sich.

Wie gehen wir damit um?

Der biblische Glaube für den Sonntag und die naturwissenschaftlichen Fakten für den Alltag?

Genau betrachtet fragen beide nach Unterschiedlichem:

Die Naturwissenschaft fragt nach dem „Wie?“ : Wie ist etwas entstanden?

Der Glaube fragt nach dem „Wozu?“: Wozu ist etwas entstanden? Wozu sind wir entstanden? Wozu bin ich entstanden?

Auf diese Frage suchen Philosophen nach Antworten. Auf diese Frage gibt die Bibel ihre Antwort – und die heißt:

Als Mensch bin ich Gottes Ebenbild. Als Gottes Ebenbild bin ich ausgestattet mit schöpferischer Kraft:

Ich kann etwas tun! Ich kann etwas bewirken! Ich kann etwas verändern!

Wir Menschen erschaffen doch auch unsere Welt, eine neue Welt, mithilfe der technischen Fortschritte, die wir machen. Auch wir sind in gewisser Weise Schöpfer. Und manche von uns hängen sich richtig rein!

Genial finde ich etwas, ´dass so nur in der Bibel vorkommt, nicht in den Naturwissenschaften:

Die Erfindung des Ruhetages. „Gott ruhte am 7ten Tag!“ heißt es.

Ausruhen – und sich nicht verausgaben. Am 7ten Tag soll man sich frei nehmen und anderen frei geben. Der Ruhetag hat es sogar bis in die 10 Gebote geschafft: „Du sollst den Feiertag heiligen!“ heißt das 3. Gebot.

Und dieses Gebot galt im Alten Israel auch für Sklaven und sogar für Tiere. Am 7ten Tag soll die ganze Schöpfung ruhen – und darüber nachdenken, dass Arbeit nicht alles ist! Der 7te Tag soll helfen, zu sich selbst zu finden – und zu Gott!

Die Naturwissenschaft fragt nach dem „Wie?“: Wie ist etwas entstanden?

Der Glaube fragt nach dem „Wozu?“: Wozu ist etwas entstanden? Wozu sind wir entstanden?

Nach dem „Warum?“ fragen beide.

Aber die Antworten, die Glaube und Naturwissenschaft geben, sind auch hier verschieden!

Die Naturwissenschaft sagt: „Zufall!“ - oder sie sagt: „Die Antwort auf die Frage nach dem „Warum?“ ist nicht meine Baustelle!“

Der Glaube sagt: „Du bist entstanden, weil Gott will, dass es dich gibt! Weil er dich liebt! Und das ist ganz unabhängig davon was andere über dich sagen oder denken oder schreiben!“

Wir alle sind Gottes Lieblinge, liebe Gemeinde, wir sind ein teil der Schöpfung Gottes, wir sind ein teil von Gott, darum sind wir Menschen.

Eine Besonderheit von uns Menschen ist, dass wir geliebt werden, und zwar so wie wir sind.

Aus diesem Grund sollten wir zu uns selbst stehen!

Und selbst wenn man mit jemandem Streit hat, so sollte man doch stets an eines denken:

Es gibt immer einen, der dich liebt, und zwar Gott!

Amen.


 

"Ich möchte mich in der Kirchengemeinde engagieren - was kann ich tun?"

Die Kirchengemeinde lebt nur dann, wenn sich Menschen ehrenamtlich engagieren! Dafür gibt es in unserer Gemeinde vielfältige Möglichkeiten:

- bei der Krippen-Ausstellung am 1.Adventswochenende (Aufbau und Abbau und/oder Aufsicht)

- als Gemeindebriefausträger/in (viermal im Jahr)

- als Helfer/in beim Projekt Mahl-Zeit (einmal im Monat: donnerstags)

- als Kindergottesdienst-Teamer/in (einmal im Monat: freitags)

- beim Gartentag (an zwei Samstagen im Jahr: Frühjahr und Herbst)

- in der Gemeindebrief-Redaktion

und ab diesem Jahr auch im "Fundraising-Team", das sich um Projekte kümmert, mit denen wir Spenden für die Kirchendach-Sanierung einwerben können.

Aber vielleicht haben Sie auch ganz andere Gaben? Künstlerische? Musikalische? Pädagogische? Handwerkliche? Und eine Idee, wie Sie diese Gabe für die Gemeinde fruchtbar machen können?

Bitte sprechen Sie Pfarrerin Schneider-Oelkers oder ein Mitglied des Kirchenvorstandes an! Wir freuen uns auf Sie!