Evangelische Kirchengemeinde Bauschheim

Gottesdienste im Juni

 

Sonntag, 27. Juni, 9.30 Uhr
Gottesdienst
Pfrn. Schneider-Oelkers
Orgel: Rolf Mayer

 

 

 

Gottesdienste im Juli

Sonntag, 4. Juli, 9.30 Uhr
Gottesdienst mit Einführung der neuen Konfirmand/en/innen
Pfrn. Schneider-Oelkers
Orgel: Rolf Mayer

 

Sonntag, 11. Juli, 11.00 Uhr
Punkt 11: Tauferinnerungs-Gottesdienst mit Taufen im Kirchgarten
Pfrn. Schneider-Oelkers
Orgel: Dominik Dietzel

 

 

 

Wenn Sie am Gottesdienst teilnehmen möchten,
melden Sie sich bitte im Gemeindebüro an:
Telefon: 06142-72289

Anmelden können Sie sich jeweils bis Freitag, 11.30 Uhr.
Später ist das Gemeindebüro nicht mehr besetzt.
Vielen Dank!

 


 

Liebe Gemeinde,

seit 21.März feiern wir wieder jeden Sonn- und Feiertag Gottesdienste in unserer Kirche.
Dazu sind Sie und seid Ihr alle herzlich eingeladen.

Die Gottesdienste werden weiterhin auch auf dieser Seite in schriftlicher Form veröffentlicht.
Aus organistorischen Gründen stehen sie zukünftig aber erst ab Sonntagnachmittag zur Verfügung.

Dafür bitten ich um Verständnis!

 

Herzlich grüßt 
Ellen Schneider-Oelkers, Pfarrerin

 

 

 

Gottesdienst
am 3. Sonntag nach Trinitatis III

(20.6.2021)

 

Orgelspiel

 

Einführung/Begrüßung

Liebe Gemeinde,

„Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist“, sagt Jesus über sich selbst - und genau darum geht’s auch heute früh im Gottesdienst:
Gott gibt uns Menschen nicht verloren; er sucht uns - solange, bis er uns gefunden hat.

 

Votum
Gemeinsam feiern wir diesen Gottesdienst im Namen des dreieinigen Gottes:

  • Im Namen des Vaters, der Quelle unseres Lebens,
  • Im Namen des Sohnes, des Grundes unserer Hoffnung,
  • und im Namen des Heiligen Geistes

Gemeinde spricht: Amen.

 

Musik: Lobe den Herren (EG 316,1+2)

 

103. Psalm (= EG 742)

Alle:
Ehr’ sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

 

Sündenbekenntnis

Jesus Christus, Herr und Heiland,
du rufst uns in deine Gemeinde, willst Dein Leben mit uns teilen und unser Leben reich machen.
Aber wie oft überhören wir Deine Stimme, richten unsere Aufmerksamkeit auf anderes, sagen:
„Jetzt nicht!
Später…!
Wenn wir selbst gar nicht mehr weiter wissen und weiter können, dann bekommst Du Deine Chance - mal sehen, vielleicht…“
Jesus Christus, Herr und Heiland,
öffne uns die Augen und hilf uns zu erkennen, was für ein Geschenke Deine Gegenwart in unserem Leben ist!
Gemeinsam rufen wir zu Dir:

Alle:
Herr, erbarme dich!
Christus, erbarme dich!
Herr, erbarm‘ dich über uns!

 

Gnadenzuspruch

Jesus Christus spricht:
„Ich bin das Licht der Welt:
Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben!“

Alle:
Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried‘, den Menschen ein Wohlgefallen!

 

Gruß
Der Herr sei mit euch!
Gemeinde spricht: Und mit deinem Geist!

Gebet
Lasst uns beten!

Gütiger Gott,
Du zwingst uns nicht, Du lädst uns ein, der Spur Jesu zu folgen und auf Dich zu vertrauen.
Dafür danken wir Dir und bitten Dich:
Stärke unsere Aufmerksamkeit, damit wir aus den alten Geschichten der Bibel neue Erkenntnisse für unser Leben ziehen können!
Dies bitten wir Dich, der Du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit.


Gemeinde spricht: Amen.

Schriftlesung:
Das Gleichnis vom verlorenen Sohn
(EG 15,11-32)


Gemeinde spricht: Halleluja! Gelobt sei Gott!

 

Glaubensbekenntnis

 

Musik: Die Wut über den verlorenen Groschen
           (L. van Beethoven)

 

Predigt

 

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, der da ist, der da war und der da sein wird.

Predigttext: Lk 15,1-10

Herr, gib, dass Dein Wort auf offene Ohren trifft und Herz und Verstand berührt!

Liebe Geschwister,

wer weiß, wie das Stück heißt, das Herr Mayer gerade gespielt hat?

(Die Wut über den verlorenen Groschen)

Komponiert hat das Ganze Ludwig van Beethoven - und er wusste offenbar genau, wie sich das anfühlt, wenn man etwas verloren hat:
etwas, das einem wichtig ist;
etwas, das doch eben noch da war - und jetzt auf einmal weg ist;
etwas, auf das man nicht verzichten kann…
Je länger man sucht, desto mehr geraten die Gefühle in Aufruhr:
„Aber wo sollte meine Armbanduhr denn sonst sein - ich lege sie abends doch immer auf die Kommode im Flur…
Gerade eben hatte ich dieses Schreiben vom Finanzamt noch in der Hand… und jetzt ist es wie vom Erdboden verschluckt…
Wo ist bloß mein Smartphone - ich hab‘ doch schon alle Taschen abgesucht…“

Auch Menschen, die eigentlich einen kühlen Kopf bewahren (wollen), zweifeln in solchen Augenblicken an sich oder sie werden wütend - auf sich selbst und Andere:
„Hast du mein Portemonnaie gesehen?
Weißt du, wo mein Autoschlüssel ist?
Wo hast du diesen Brief denn hingelegt?“
Wenn ich so durch’s Haus rufe, gehen bei meinem Mann die Alarmlampen an; er weiß aus langjähriger Erfahrung, dass ich in solchen Situationen gewaltig unter Stress stehe und zum Tier werden kann:
Wütend auf mich selbst, weil ich etwas verloren habe - und verzweifelt, wenn ich es nicht wiederfinden kann… so wie der Komponist Ludwig van Beethoven, der sich so sehr über seinen verlorenen Groschen aufregt…

An diese alltägliche Erfahrung, liebe Gemeinde, an diese alltägliche Erfahrung knüpft Jesus mit seinen drei Gleichnissen an, denn sie gehören ja zusammen:
Das Gleichnis vom verlorenen Schaf, das Gleichnis vom verlorenen Groschen und das Gleichnis vom verlorenen Sohn.
Aber Jesus erzählt diese Gleichnisse nicht um zu unterhalten; er erzählt sie, damit seine Zuhörerschaft etwas entdeckt, etwas lernt - über Gott und über sich selbst.

Die Ausgangssituation ist folgende:
Jesus ist zu Gast bei einem der angesehensten Pharisäer und seinen Freunden - einer Gruppe von jüdischen Gläubigen, die an sich selbst den Anspruch haben, die Gebote Gottes peinlich genau einzuhalten und die alle, die das nicht tun, meiden wie die Pest. Mit diesen Sündern, die auf Gottes Willen pfeifen und seine Gebote mit Füßen treten, mit diesen Sündern wollen sie nichts zu tun haben.
Zu denen gehen sie auf Abstand, denen geben sie nicht einmal die Hand, geschweige denn, dass sie sich mit diesem Abschaum an einen Tisch setzen würden.
Und Jesus, dieser neue Prediger, der sich so gut auskennt in der Heiligen Schrift und selbst so ernst macht mit Gott und seinen Geboten, der sieht das doch sicher genauso…

Tut er aber nicht - denn als ein paar dieser ethisch und religiös fragwürdigen Gestalten auftauchen, um auch zu erfahren, was Jesus zu sagen hat, da lädt der diese Typen doch wirklich an den Tisch seines Gastgebers ein und isst mit ihnen.
Wie unappetitlich, wie unhöflich - und vor allem: Wie unverständlich!
Kein Wunder, dass die Pharisäer, die sich doch so gut Bescheid wissen über Gottes Wort und Willen, anfangen zu murren…

Jesus bleibt das nicht verborgen - und weil er weiß, dass es zu gar nichts führen würde, wenn er jetzt einen Streit vom Zaun bräche und er und die „anständigen“ Gäste sich dabei gengenseitig Bibelstellen um die Ohren pfefferten, weil er das weiß, tut Jesus etwas anderes:
Er packt das, was er sagen will, in drei alltägliche Geschichten - und gibt seinen Gastgebern die Gele-genheit, die entscheidende Gottesbotschaft selbst zu entdecken.
Ganz der gute Lehrer, der weiß: Was meine Schü-ler*innen selbst herausfinden, dass merken sie sich viel besser als das, was ich ihnen einfach nur auf den Kopf zusage.

Für Jesu schriftgelehrte Gastgeber ist es nicht schwer zu erkennen, wer sich hinter dem Hirten, der Frau und auch dem Vater in den drei Gleichnissen verbirgt: Gott - um den geht’s, und zwar um eine ganz bestimmte Eigenschaft Gottes: Gott sucht.

Gott sucht.

 

Was sucht er?
Die Antwort darauf findet sich im 1. Gleichnis.

Wie ein Hirte ein Schaf sucht, das auf Abwege geraten ist, so sucht Gott die Menschen, die ihren persönlichen Weg nicht finden:
- weil sie nicht (mehr) wissen, wonach sie sich richten können, wenn sie sich entscheiden müssen zwischen gut und böse, richtig und falsch, hilfreich und schäd-lich…
- weil sie sich verheddert haben in einem Dickicht aus falschen Hoffnungen und gefährlichen Träumen…
- weil sie einen dunklen Abgrund vor sich sehen und sich von Gott und den Menschen verlassen fühlen…
Wie ein Hirte ein Schaf sucht, das auf Abwege geraten ist, so sucht Gott die Menschen, die ihren persön-lichen Weg nicht mehr finden.

Sie sucht Gott.

Wie sucht er?
Darauf gibt das 2. Gleichnis einen Hinweis.

Wie eine Frau ein Geldstück sucht, das ihr aus den Händen geglitten und zu Boden gefallen ist, so sucht Gott diese Menschen, die ihm am Herzen liegen: ausdauernd, eifrig, sorgfältig.
So wie sie keine Kosten und Mühen scheut, um das Verlorene wiederzufinden, so setzt auch er alles ein, was er hat, um die Menschen für sich zu gewinnen - selbst den Tod nimmt er dafür auf sich, um zu zeigen, dass nichts, gar nichts, überhaupt nichts ihn davon abbringen kann, sich ihnen zuzuwenden…

So sucht Gott.

Warum sucht er?
Die Antwort darauf steht im 3.Gleichnis.

Wie ein Vater seinen Sohn vermisst, der sich von ihm abgewendet hat, weil er sein „eigens Ding“ machen wollte, so vermisst Gott die Menschen, die sich von ihm abgewendet haben.
Gott will nicht Recht haben - Gott will lieben.
Er sagt nicht: „Das hast du nun davon!“
Und er sagt auch nicht: „Mensch, ich hab’s dir ja gleich gesagt!“
Erstaunlicherweise sagt er nicht einmal: „Wenn du doch nur auf mich gehört hättest!“
Gott sagt nur: „Meine Tür steht für dich offen, mein Tisch wird für dich gedeckt, denn bei mir ist immer ein Platz für dich frei - und nichts, was du sagst oder tust wird mich irre machen an meiner Liebe zu dir!“
Deshalb sucht Gott.

 

Genau das will Jesus uns mit diesen 3 Gleichnissen vor Augen halten und einprägen und ins Herz schreiben, liebe Geschwister:
Für Gott ist jeder einzelne Mensch unendlich wichtig und wertvoll; er schließt keinen einzigen aus - auch nicht die, die es in unseren Augen oder in ihren eigenen Augen eigentlich gar nicht verdient haben.

Und ganz ehrlich: Wer könnte denn auch sicher sagen, dass er oder sie Gottes Liebe wirklich und wahrhaftig verdienst hätte?
„Wir sind allzumal Sünder und ermangeln des Ruhms, den wir vor Gott haben sollten!“, hat ja schon der alte Martin Luther gewusst.
Verdient haben wir Menschen Gottes Liebe also nicht - er schenkt sie uns trotzdem.

Anders als Ludwig van Beethoven, der sich in seine Wut über einen verlorenen Groschen hineinsteigert und sich musikalisch so richtig austobt, freut sich Gott von Herzen über die, die er (wieder) gefunden hat:
„So wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über 99 Gerechte, die der Buße nicht bedürfen!“
Alle, die das an sich selbst erleben oder bei anderen miterleben, lädt er ein: „Freut euch mit mir, denn ich habe gefunden, was verloren war!“

Amen.

Und der Friede Gottes…

Genau das, die Freude darüber, von Gott gefunden zu werden, die wird laut in dem Lied, dessen Melodie wir jetzt gleich hören:
Amazing Grace - Was für eine Gnade!
Es lohnt sich, den Text im EG+ mitzulesen; neben dem englischen Original steht auch eine deutsche Übersetzung.



Musik: Amazing Grace (EG+92)

Fürbitten

Lasst uns beten!

(Gebetsruf: !)

 

Gütiger Gott,
nie gibst du uns Menschen auf und dafür danken wir Dir!
Auch unsere Zeit ist voll von Deinen Zeichen,
Deinen Winken,
mit denen Du uns zur Dir rufst.

Gott, wir bitten wir Dich für alle,
die nicht mehr nach Dir fragen,
die Dich nicht vermissen – und sich doch sehnen nach einer Wahrheit, die weiter trägt als die eigenen Gedanken.
Wir rufen:
Herr erbarme dich.

Wir bitten dich für alle,
die sich ihrer Sache zu sicher sind,
die meinen, sich selbst genug zu sein,
die Andersdenkenden und Andersglaubenden
nicht mehr zuhören können.
Wir rufen:
Herr erbarme dich.

Wir bitten dich für alle,
die sich selbst fremd geworden sind,
die gefangen sind in Lebensumständen,
die ihrer Seele schaden,
die gehetzt und getrieben und bevormundet sind
oder zum Stillhalten verdammt.
Wir rufen:
Herr erbarme dich.

Wir bitten dich für alle,
die sich selbst aufgegeben haben und versinken
in einem Tunnel der Angst und der Depression,
im haltlosen Kreislauf von Rausch und Sucht und Enttäuschung,
die nicht mehr aufschauen können.
Wir rufen:
Herr erbarme dich.

Wir bitten dich für alle,
die vereinsamt sind
in stillen Wohnungen,
die sich vergessen fühlen,
von niemandem gebraucht und von niemandem vermisst,
die nicht mehr an deine und unsere Nähe glauben können.
Wir rufen:
Herr erbarme dich.

Alles, was uns in diesem Augenblick ganz persönlich auf dem Herzen liegt, legen wir an Dein großes Herz…

 

Vater unser im Himmel!
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

 

Abkündigungen

Musik: Segne und behüte (EG+92)

Segen (die Gemeinde steht auf)
Gemeinde spricht: Amen.

Orgelspiel

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